Unzufriedenheit mit dem Gesundheitswesen fast unverändert hoch - Zukunftsangst
sogar gestiegen
Die Continentale - Pressemitteilung vom 21.09.2006
Noch gestiegene Zukunftsangst und weiterhin hohe Unzufriedenheit mit
Preis und Leistung: Die Einstellung der Deutschen zum Gesundheitssystem
ist nach wie vor ausgesprochen negativ. Dies ist ein Ergebnis der Continentale-Studie
2006. Zum sechsten Mal in Folge ermittelte die Continentale Krankenversicherung
a.G. in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest
in einer repräsentativen Befragung von 1.250 Deutschen die grundsätzliche
Haltung der Bevölkerung zu diesem Thema. Die hierzu gestellten Trend-Fragen
haben sich seit 2001 nicht verändert.
Die Deutschen haben auch vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen
um eine Reform des Gesundheitswesen kaum Hoffnung auf eine Verbesserung
der Situation in der Zukunft. Obwohl bereits bei der Befragung des vergangenen
Jahres der Anteil der Skeptiker in einigen Bereichen nahe 100 Prozent
lag und schwerlich Steigerungen möglich waren, sind die Menschen 2006
insgesamt noch negativer eingestellt. Ein Großteil der gesetzlich Versicherten
glaubt weiterhin nicht an eine langfristig gesicherte gute medizinische
Versorgung. So sind 79 Prozent (76 Prozent in 2005) der Meinung, eine
ausreichende medizinische Versorgung durch das gesetzliche System gebe
es bereits heute nicht mehr oder werde es in Zukunft nicht mehr geben.
90 Prozent sagen, dass gute Vorsorgung nur durch private Vorsorge möglich
sei. Sogar 95 Prozent (94 Prozent in 2005) sind der Ansicht, jetzt oder
in Zukunft für eine gute medizinische Versorgung über die Kassenbeiträge
hinaus viel Geld bezahlen zu müssen. Und 85 Prozent (84 Prozent in 2005)
sind der Ansicht, dass ein Großteil der Bevölkerung schon heute nicht
mehr vom medizinischen Fortschritt profitiert oder dass dies in Zukunft
so sein werde.
Zufriedenheit mit Preis und Leistung
Nachdem sich 2005 bei der Zufriedenheit mit Preis und Leistung des Gesundheitswesens
eine Trendwende abzeichnete, die vermuten ließ, dass die Bevölkerung weiteren
Reformen positiv begegnen werde, ließ sich diese Tendenz in 2006 so nicht
ermitteln. Wie im Vorjahr sind 64 Prozent der gesetzlich Versicherten
mit dem Preis unzufrieden. Die Zufriedenheit mit der Leistung ist allerdings
auf niedrigem Niveau leicht gestiegen: 48 Prozent sind unzufrieden, 2005
waren es 51 Prozent. Gleich geblieben ist die Zahl der Bürger, die sich
von Leistungseinschränkungen im Gesundheitswesen betroffen sieht. Wie
2005 gaben auch in diesem Jahr 43 Prozent der gesetzlich Versicherten
an, Ärzte hätten bei Behandlungen oder Rezepten Einschränkungen vorgenommen
oder diese in Rechnung stellen wollen. 2004 waren es noch 30 Prozent.
Gesetzlich Versicherte weiter schlecht informiert
Dabei ist die Informiertheit der gesetzlich Versicherten nach wie vor
relativ schlecht. So glauben noch 40 Prozent, einmal vereinbarte Leistungen
in der gesetzlichen Krankenversicherung seien garantiert - was nicht der
Fall ist. Zwar sind dies 6 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Aber
angesichts der intensiven Diskussion rund um das Gesundheitswesen in den
Medien bleibt der Grad der Uninformiertheit in einem so wesentlichen Bereich
trotzdem erschreckend hoch. Die lebenslange Leistungsgarantie der privaten
Voll- und Zusatzversicherungen ist hingegen weiterhin nur 32 Prozent (33
Prozent in 2005) der gesetzlich Versicherten bekannt.
Rolf Bauer: "Nachdem sich 2005 aufgrund der insgesamt gestiegenen Zufriedenheit
eine Trendwende vermuten ließ, müssen wir jetzt feststellen, dass die
Bevölkerung nach wie vor erschreckend negativ eingestellt ist. Und dass,
obwohl in den vergangenen zwölf Monaten weder im Punkt Preis noch im Bereich
Leistung tatsächliche Veränderungen für die Versicherten wirksam wurden.
Daraus lässt sich schließen, dass die aktuelle Diskussion um die Reform
des Gesundheitswesens die Bürger keinesfalls positiv stimmt. Im Gegenteil:
Die verworrenen Pläne, die seit der letzten Befragung durch die Politik
präsentiert wurden, lassen die Menschen sogar noch skeptischer in die
Zukunft sehen. Von Vertrauen in eine Zukunftssicherung durch die Gesundheitsreform
kann keine Rede sein", so Rolf Bauer, Vorstandsvorsitzender des Versicherungsverbundes
Die Continentale.
Eine vollständige Auswertung der Continentale-Studie 2006 sowie die vorangegangenen
Studien finden Sie im Internet unter www.continentale.de/presse. Dort
stehen auch druckfähige Grafiken als Download zur Verfügung.
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