Mit Migranten für Migranten

Hessische Betriebskrankenkassen fördern interkulturelle Gesundheitslotsen Das Land Hessen, die Betriebskrankenkassen (BKK) und regionale Kooperationspartner haben gemeinsame Pläne zur Ausweitung des Projekts "Mit Migranten für Migranten - Interkulturelle Gesundheitslotsen in Hessen" vorgestellt. Bis zum März 2007 sollen in den Regionen Kassel, Gießen, Wiesbaden, Darmstadt und Kreis Offenbach engagierte und in Deutschland erfolgreich integrierte Migranten als Multiplikatoren und Mediatoren für Gesundheitsthemen gefunden und eingesetzt werden. Diese sollen muttersprachlich in den jeweiligen Kulturkreisen Problembewusstsein schaffen und konkrete Vorschläge zu gesünderer Lebensweise unterbreiten. Der Etat des 14-monatigen Projekts beträgt 165 Tausend Euro. Zu je einem Drittel kommen hierfür das Hessische Sozialministerium (HSM), die hessischen BKK sowie kommunale und karitative Träger auf. Die gemeinsame Finanzierung will ein "Leuchtturm-Projekt" initiieren, das sich mit nachhaltigen Erfolgen rechtfertigt. Jürgen Thiesen, Vorstandsvorsitzender des BKK Landesverbandes Hessen, nennt Gründe für dieses Engagement: "Migranten zahlen als Arbeitnehmer und Gewerbetreibende nach gleichen Regeln in unsere Sozialsysteme ein wie deutsche Versicherte; sie profitieren entsprechend vom hohen Standard der medizinischen Versorgung. Gleichwohl lässt die gesundheitliche Verfassung vieler Migranten zu wünschen übrig. Es gibt Defizite: z.B. bei den Durchimpfungsraten, bei der Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen oder bei der Versorgung chronischer Erkrankungen. Darüber hinaus sind bei der ersten Generation der in Deutschland lebenden älteren Ausländer Lücken im Bereich der pflegerischen Versorgung festzustellen. Die Gründe für die unterschiedlichsten Gesundheitsprobleme der Migranten liegen auf der Hand. Es sind vor allem sprachliche, soziale, re­ligiöse sowie kulturbedingte Barrieren, die verhindern, dass die Angebote des Gesundheitssystems ausreichend in Anspruch genommen werden. Oft fehlt es an wichtigen Kenntnissen über Strukturen und Abläufe des deutschen Gesundheitssystems. Behandlungsirrwege und teure, me­dizinisch unnötige Doppelleistungen sind die Folge. Zudem gehören Migranten häufig sozial benachteiligten Schichten an, die ohnehin schlechtere Gesundheitschancen haben als der Bevölkerungsdurchschnitt. Diesen Defiziten muss im Hinblick auf eine effiziente Versorgung und auch zur Vermeidung von Folgekosten mit innovativen Ideen und Konzepten begegnet wer­den." Seit vielen Jahren berät die BKK Unternehmen und Belegschaften hinsichtlich mensch- und gesundheitsgerechter Gestaltung von Arbeitsplätzen und Arbeitsabläufen ("Verhältnisprävention"). Darüber hinaus werden in enger Kooperation mit Werks- und Betriebsärzten Impf- oder Screening-Aktionen in den Betrieben organisiert und durchgeführt. Ein dritter Bereich ist die "Verhaltensprävention". Hier engagiert sich die BKK mit Information, Schulungen und Kursen zu Fragen der Ernährung, der Bewegung sowie zum Allgemeinbefinden. Das Projekt "Mit Migranten für Migranten (MiMi) - Interkulturelle Gesundheitslotsen in Hessen" verfolgt spezielle Ziele. Dieser sog. "Lebenswelten-" oder "Setting-Ansatz" basiert auf der Definition und dem Verständnis von Gesundheit gemäß der Char­ta von Ottawa. Danach ist Intervention besonders wichtig und wirkungsvoll, soweit damit in die Sphären hineingewirkt werden kann, in denen gelebt, gespielt, gelernt, gearbeitet und geliebt wird. Das ist der Alltag. Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) engagiert sich in diesen Bereichen nicht nur aus grundsätzlichen, ethischen und moralischen Gründen. Auch volkswirtschaftlicher Nutzen ist Kalkül. In Schulen, Kindergärten, Tagesstätten, Gemeinden, Stadtteile und nicht zuletzt an den Arbeitsplätzen sollen die Themen Gesundheit und gesunde Lebensweise multipliziert und implementiert wer­den". Der Emanzipation von Migranten kommt hierbei besondere Bedeutung zu. MiMi wendet sich daher speziell an diejenigen, denen das deutsche Gesundheitssystem, dessen Ideale, Prinzipien und Funktionsweisen nicht vertraut sind. Diesen Kulturkreisen soll verantwortliches Leben und Arbeiten erleichtert werden. Der Ansatz hierzu ist: Aufklärung, Beratung und Emanzipation. Hintergrund ist: Ein großer Anteil der bundesweit und jährlich rund 140 Mrd. Einnahmen der GKV wird von beitragspflichtigen Migranten entrichtet. "Gastarbeiter" - wie man sie früher nannte -, und mittlerweile auch deren Kinder und Enkel sind seit mehr als 5 Jahrzehnten eine feste Größe in den Versichertenbeständen der Sozialsysteme sowie im Besonderen auch in den Strukturen der BKK. Werden Untersuchungen und Behandlungen nötig, fehlen den Migranten typisch Kenntnisse über Struk­turen und Verfahren im deutschen Gesundheitssystem. Dann werden sprachliche und kulturelle Barrieren bewusst. Dann stehen Ängste, Unsicherheiten und Wissenslücken sinnvoller und selbstbewusster Inanspruchnahme effektiver Diagnostik und Therapie entgegen. Solche Barrieren gilt es beiseite zu räumen oder zumindest abzusenken. Die BKK-Initiative "Mehr Gesundheit für Alle" bündelt bereits seit zwei Jahren alle Modellprojekte, die einen Anstoß geben sollen für eine bessere Gesundheitsförderung und gesundheitsbewusste Lebensführung aller Bevölkerungsschichten. Das von der BKK auf den Weg gebrachte Gesundheitsprojekt "MiMi" ist ein solches Modellprojekt. Es wird in neun bundesdeutschen Städten, darunter auch Frankfurt am Main, erfolgreich durchgeführt.

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Stand Juni 06 .Die tagesaktuellen Beitragssätze ind Infos finden Sie auf den Webseiten der Krankenkassen

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Also ich habe das so gemacht.

Zuerst habe Infomaterial von den Krankenkassen bestellt. Der Briefkasten war zwar ziemlich voll, aber es hat sich gelohnt. Allerdings musste ich auch das Kleingedruckte studieren.

Jetzt habe genau die richtige BKK für mich gefunden und habe 250 Euro eingespart.

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