Beitragsänderung zum 1.7.2005.
Unser Standpunkt zur gesetzlichen Beitragssatzveränderung.
Die ab 1.7.2005 geltende gesetzliche Beitragsregelung hat für die BKK
Allianz drei wichtige Aspekte.
Erstens:
Der Staat hat die traditionelle paritätische Finanzierung der gesetzlichen
Krankenversicherung aufgegeben. Immer mehr verschiebt sich die Beitragslast
in Richtung Versicherte. Die mit der Einführung des Sonderbeitrages entstehenden
Mehrbelastungen, die ausschließlich vom Versicherten getragen werden,
sind für viele im wahrsten Sinne des Wortes eine „bittere Pille“. Gerade
nach den einschneidenden Veränderungen des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes
(GMG) 2004 mit den deutlich spürbaren Auswirkungen auf den eigenen Geldbeutel,
ist der Sonderbeitrag für viele eine zusätzliche finanzielle Belastung.
Wir, die in den letzten Monaten häufig mit den Sorgen und Nöten einzelner
Versicherter konfrontiert wurden, können nachvollziehen, was diese gesetzliche
Regelung für viele bedeutet. Bleibt nur die Hoffnung, dass das Ziel des
Gesetzgebers, den Wirtschaftsstandort Deutschland durch eine nachhaltige
Senkung der Lohnnebenkosten wieder wettbewerbs- und marktfähig zu machen,
in vollem Umfang erreicht wird.
Zweitens:
Die Regelung mag wirtschaftspolitisch vielleicht Sinn ergeben und politisch
in die richtige Richtung zeigen, die insgesamt bestehenden strukturellen
und finanziellen Probleme der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland
löst sie nicht. Für die gesetzlichen Krankenkassen ist die Regelung ein
„Nullsummenspiel“ – die Finanzsituation wird dadurch nicht beeinflusst.
Presseberichten zufolge bleiben nach wie vor rund zwei Drittel aller Krankenkassen
verschuldet, nach wie vor droht durch die Überalterung der Bevölkerung
eine zukünftige Kostenlawine, nach wie vor bleiben die allgemeinen strukturellen
Mängel des Gesundheitssystems erhalten.
Drittens:
Es ist schon erstaunlich, in welche Niederungen sich Manager aus einzelnen
Krankenkassen zuweilen verirren. Da wurde die gesetzliche Regelung, die
alle Krankenkassen gleichermaßen umzusetzen haben, den Versicherten als
kassenspezifische Beitragssatzsenkung „verkauft“, vereinzelt wurde bei
Arbeitgebern aktiv um Mitgliederzuführung geworben, da man ja schließlich
durch die enorme Beitragssatzreduzierung zu „Preisbrechern bei den Lohnnebenkosten“
gehörte. In diesem Zusammenhang unser Versprechen: Die BKK Allianz beteiligt
sich nicht an derartigen Marktpraktiken. Wir wollen durch Leistungen,
Service, finanzielle Solidität und ehrliche Information überzeugen.
Bonusmodelle und Beitragsrückgewähr - sinnvoll oder nur ein Marketing-Gag?
Die BKK Allianz gehört nicht zu den unkritischen Befürwortern und Nachahmern
scheinbar zukunftsweisender Gestaltungsmodelle, wenn diese nicht wirklich
einen echten dauerhaften Vorteil für die Mitglieder und Versicherten versprechen.
Unsere klare Position fand wohltuende Bestätigung. Große Tageszeitungen
und vor allem die Zeitschrift "Finanz-Test" gingen sehr kritisch mit den
auf dem Markt der Krankenkasse befindlichen Bonusprogrammen um bzw. stellten
diese in Frage. So erscheint uns nach sehr genauer Prüfung das Instrument
der „Beitragsrückgewähr bei nicht in Anspruch genommenen Leistungen“ in
einer auf Solidarität und Risikoausgleich aufbauenden gesetzlichen Krankenversicherung
derzeit fehl am Platze zu sein. Wir werden deshalb ein derartiges Instrument
bei uns nicht einführen. Von einer vorschnellen Einführung haben wir auch
bei den derzeit von vielen Mitbewerbern propagierten Bonusmodellen abgesehen.
Allzu leicht wird vergessen, dass derartige Instrumente Geld kosten (Sachpreise,
Abrechnungsprogramme, Prospekte usw.) - und Geld heißt bei der gesetzlichen
Krankenversicherung nun einmal Beiträge der Versicherten. Dies wäre nicht
problematisch, würde die gesetzliche Krankenversicherung insgesamt über
Finanzmittel verfügen, die ein flexibles Handeln ermöglichten. Dem ist
jedoch leider nicht so: Viele Krankenkassen sind bekanntlich hoch verschuldet
und in ihren Handlungsspielräumen stark eingeschränkt. Wir bei der BKK
Allianz sind stolz darauf, dass unsere Krankenkasse auf einem gesicherten
finanziellen Fundament steht - dies wollen wir durch Experimente wie die
Einführung von Bonusmodellen nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. Zumal
der wirkliche gesundheitspolitische Nutzen von Bonusmodellen längst nicht
gesichert ist - über den wirtschaftlichen Einsatz ihrer Bonusmodelle muss
jede Krankenkasse per Gesetz Rechenschaft ablegen.
Fazit:
Die BKK Allianz kann sich durchaus vorstellen, mit Bonusmodellen eine
kundenorientierte Motivation hin zu mehr Prävention und Vorsorge darstellen
zu können, hierzu bedarf es aber sehr genauer und gewissenhafter Analysen.
Bonuspunkte für Versicherte, die einem Sportverein angehören, sind uns
beispielsweise zu wenig - die Mitgliedschaft alleine heißt ja noch nicht,
dass der Versicherte Sport treibt. Und wenn er Sport treibt, macht er
dies in einem ausgewogenen Verhältnis oder bereits wieder in einer (leistungssport-orientierten)
Art und Weise, die der Gesundheit eher zuwider läuft? Alleine dieses Beispiel
zeigt: Prävention und Vorsorge sind keine Größen, die man mit einfachen
Maßstäben messen kann. Und genau deshalb analysieren und prüfen wir diese
neue Gestaltungsvariante sehr genau, bevor wir Ihnen ein attraktives Angebot
machen.
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