Wasser de Luxe
Mittlerweile
keine so arg große Überraschung mehr erlebt, wer - im allerdings gehobenen
und dem Zeitgeist verpflichteten - Restaurant ein Glas Wasser bestellt
und statt des Gewünschten erstmal vom Kellner eine reich bestückte Wasserkarte
gereicht bekommt.
Aus ihr kann der durstige Gast keineswegs bloß zwischen Tafel-, Mineral-
und Heilwasser wählen. Die Marke macht´s!
Also die Herkunft aus der Eifel,
dem Schwarzwald, den Pyrenäen?
Ach was, wer gibt sich denn mit derart Hundsgewöhnlichem
zufrieden. Das hippste Wässerchen, preislich innerhin unterhalb
des Champagners liegend, wird derzeit in den Bergen der Fidschi-Inseln
abgefüllt.
Der Kenner schwört aber auch auf H2O aus Wisconsin oder Neuseeland.
Was einem als ulkiger Spleen erscheint, hat allerdings durchaus
eine gewisse Berechtigung.
So verlangt der gepflegte und gepflegt sein wollende Gaumen ganz
sinnvollerweise nicht zu jedem Essen einfach irgendein Wasser. Zu Gerichten mit starkem Eigengeschmack empfiehlt
sich ein Wasser mit eher wenig Mineralgehalt und Kohlensäure, bei leichten
Gerichten darf es schon ein akzentuierteres Wasser sein, reich an Hydrogencarbonat
oder Chlorid.
Wer exotische Speisen liebt, der greift zu kohlensäurereichem Wasser,
es belebt Zunge und Gaumen.
Zur Verdauung hilft allgemein sulfathaltiges Wasser, das räumt den Magen
auf. Den Kaffee begleitet hydrogencarbonathaltiges Wasser, welches dessen
Gerbsäure neutralisiert. Man wähle bewußt und nicht auf den Cent schauend
aus der Wasserkarte.
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